PI präsentiert PA-Profil 4.0, Neues aus der I4.0@PI und Details zur PI-Konferenz 2017

Auf einer Pressekonferenz während der SPS IPC Drives informierte PI (Profibus & Profinet International) über aktuelle Projekte und Neuheiten. Ein großes Thema war der Start eines neuen PA-Profils 4.0.

 

 

PNO-Vorstandsvorsitzender Karsten Schneider informierte auf der SPS IPC Drives über die Neuheiten

 

Heute werden die Feldgeräte in prozesstechnischen Anlagen aber auch die Aktorik entweder analog über 4...20mA-Signale oder mit Feldbussen, wie Profibus, angesteuert. Durch die Industrie 4.0 werden die Anforderungen an die Kommunikationssysteme weiter steigen: Feldgeräte liefern heute nicht nur einen, sondern eine Vielzahl von Messwerten; zur Konfigurierung stehen umfangreiche Parameter zur Verfügung und die Geräte übermitteln Diagnoseinformationen über ihren Zustand. Aber auch die Einbindung der Geräte in Asset-Management-, Condition-Monitoring- oder weitere IT-Systeme erfordern höhere Bandbreiten und Ethernet-Unterstützung.

Mit Profinet bietet PI ein System, das nicht nur in der Fertigungsautomatisierung weit verbreitet ist. Auch in der Prozessindustrie ist es zum Beispiel für die Anbindung von Remote-IO- oder Motor-Management-Systemen in Betrieb. "Wir haben schon recht früh damit begonnen, unter anderem mit der Namur auszuarbeiten, wie sich Profinet in allen Bereichen der Prozessindustrie einsetzen lässt. Dabei wurde schnell klar, dass wird mit Profinet ein komplettes Lösungspaket anbieten können", sagte Karsten Schneider, Vorstandsvorsitzender der PNO auf einer Pressekonferenz in Nürnberg. Neben der heute schon verfügbaren hohen Performance und den umfangreichen Diagnosefunktionen von Profinet sei durch die FDI-Technologie (Field Device Integration) die Geräteintegration auch für Profinet gelöst worden. "Nun wird das PA-Profil in einer neuen Version erstmals für Profinet verfügbar gemacht und erfüllt damit eine wichtige Forderung der Anwender: Der Einsatz von Profinet muss für den Anwender einfach sein. Dies ist eine der wesentlichen Anforderungen an das neue PA-Profil", stellte K. Schneider weiter heraus.

In diesem Zusammenhang verwies er außerdem auf die Zusammenarbeit mit der Fieldcomm Group. Diese sieht eine gemeinsame Weiterentwicklung, Pflege und Bereitstellung vor. Außerdem ist eine gemeinsame Festlegung von Test-, Zertifizierungs- und Registrierungsregeln geplant. Die IDE und die Host-Komponenten können über die PI-Website bezogen werden. Ein erstes FDI-Plugfest fand am 20. und 21. Oktober in Rotterdam als gemeinsame Aktion von PI und Filedcomm Group statt. "Hier wurden sechs FDI-Host-Systeme, davon vier mit Profibus und eins mit Profinet gezeigt. Außerdem über 20 Geräte mit FDI-Device-Packages, davon acht mit Profibus und eins mit Profinet", stellte K. Schneider heraus.

Nachdem in einem ersten Schritt die Anforderungen mit den Herstellern und Anwendern durchgesprochen wurden, spezifiziert PI nun die technische Lösung. Die Fertigstellung des neuen Profils ist bis Ende 2017 geplant. "Ab dem nächsten Jahr planen wir auch für PA-Geräte Plugfeste zur Unterstützung der Gerätehersteller - ergänzend zu Entwickler-Workshops und Zertifizierungen. Dabei legen wir den Fokus vor allem auf Systemredundanz und Configuration in Run", informierte K. Schneider.

Asset-Management mit Profinet

Darüber hinaus verwies der PNO-Chef auf die Erweiterung der Profinet-Spezifikation um die Funktion Asset Management-Record. "Zusammen mit den Identifikation&Maintenance-Daten für Profinet-Geräte ist damit eine Erfassung von Geräten und Maschinen - auch solcher, die nicht im Profinet-Umfeld projektiert werden - möglich", so K. Schneider.

Eine einfache Aufnahme von Hardware-/Firmwareständen, Installationsort etc. ist erforderlich, um bei der Inbetriebsetzung oder bei Hochrüstungen eine passende Geräteinstallation zu überprüfen. Außerdem lassen sich so die jeweils genutzten FW-Treiber überprüfen, sodass für den jeweiligen Arbeitsprozess die notwendigen und zugelassenen Assets im Einsatz sind. Dank der offenen TCP/IP-Kommunikation können diese Daten nicht nur durch eine SPS eingelesen werden, sondern es können auch Zusatz-Tools auf diese ohne zusätzliche Maßnahmen zugreifen. Diese beiden Aspekte von Industrie 4.0 - die genaue Datenspezifikation und der einfache Zugriff von außen - sind somit beim Asset Management mit Profinet  heute schon umgesetzt. Nur qualifizierte maschinenlesbare Daten, die herstellerübergreifend definiert sind, führen zu reduzierten Aufwänden bei der Asset-Verwaltung und einen konkreten Nutzen von Industrie-4.0-Anwendungsfällen.

Details zur Funktion sind in der PROFINET-Spezifikation sowie auch in den bekannten Entwicklerunterlagen, wie in der PI-Recommendation „Profinet-Feldgeräte, Empfehlungen zu Design und Implementierung“, beschrieben. Für Mitglieder stehen diese Dokumente zum kostenlosen Download auf www.profinet.com zur Verfügung.

Die I4.0@PI-Aktivitäten

Außerdem kommt PI nach eigenen Angaben gut beim Thema Industrie 4.0 voran. Die Hauptarbeit wird in den für einzelne Themen geformten Teams des Arbeitskreises „I4.0@PI“ geleistet. "Die Anforderungen werden eng mit Anwendern und Erfahrungsträgern aus den verschiedenen Firmen abgeglichen", so K. Schneider. Für eine praxisgerechte Weiterentwicklung der erfolgreichen Kommunikationsstandards sieht PI ein tiefes Verständnis der kontinuierlichen Fortentwicklung der Anforderungen der Anwender und der innovativen Industrie 4.0-Szenarien als notwendig an. "Aus diesem Grund haben wir zunächst Use Cases innerhalb unseres Arbeitskreises erarbeitet, bewertet und abgestimmt. Im nächsten Schritt schloss sich eine Untersuchung von neuen Kommunikationstechnologien und Standards im Industrie-4.0-Umfeld an", sagte er weiter. Der kompletten Umfang der I4.0-WG-Aktivitäten gliedert sich wie folgt:

Aus der Kombination von Anforderungen und technischen Möglichkeiten haben sich die Themenschwerpunkte TSN, IPv6, Semantics, Security und OPC UA herauskristallisiert. Diese werden aktuell in den hierfür geformten Teams diskutiert. Die erarbeiteten Lösungen werden in White Papers und Konzepten formuliert.

Im Detial heißt es in einer Pressemeldung: "Bei der Integration von TSN ist das Ziel, eine optimale Abbildung von Profinet auf TSN zu definieren. Der Vorteil für Profinet wird das Partizipieren am technischen Fortschritt der Standard-Ethernet-Technologie sein. Bezüglich IPv6 spielen die Merkmale Autoadressierung und Namenskonzept eine zentrale Rolle. Hier wird derzeit an einem entsprechenden Konzept gearbeitet. Das Team Semantics hat sich zum Ziel gesetzt, bestehende Profinet-Features im Standard zu integrieren, wobei die wichtigsten Definitionen bei den zugrunde gelegten Standards eCl@ss und Automation ML auszuwählen sind. Bei Security werden anhand von Anforderungen und Use Cases benötigte Security-Features festgelegt. Die Möglichkeiten der Verwendung von OPC UA werden in Zusammenarbeit mit der OPC Foundation ermittelt. Aufgrund der bei Profinet immer integrierten parallelen TCP/IP-Kommunikation bietet hierbei Profinet viel Flexibilität."

"Die detaillierte Ausarbeitung erfordert auch bei hohem Engagement der Mitglieder die notwendige Zeit, um sinnvolle und praxisorientierte Standards zu generieren. Erste Whitepapers sind zur Hannover Messe 2017 zu erwarten", so K. Schneider. Weiter sagte er: "Heute lässt sich aber aufgrund der Untersuchungen schon feststellen, dass die verfügbaren PI-Technologien eine solide Basis sind und bleiben, aber auch zukunftssichere Schritte ermöglichen."

PI-Konferenz mit neuem Konzept

Am 22. und 23. März 2017 findet im Fußballstadion Commerzbank-Arena in Frankfurt am Main die 5. PI-Konferenz statt. Unter dem Leitthema „Netzwerk der Zukunft – Heute die Produktion von morgen gestalten“ präsentiert die PNO ihre Technologien und Anwendungen rund um Profinet, Profibus, IO-Link sowie Applikationsprofile und Integrationstechnologien vor dem Hintergrund des Trends Industrie 4.0.

In praxisorientierten und technologiespezifischen Workshops soll hier die Rolle der PI-Technologien in konkreten Use Cases vertieft werden, um deren Vorteile, Handhabung und Nutzen in der aktuellen und auch künftigen Produktion aufzuzeigen. Anhand von Praxisbeispielen und Demo-Modellen soll dem Anwender unter anderem einen tieferen Einblick in spezielle aktuelle Themen wie Engineering mit FDI, Erdung und Schirmung, Wartung und Analyse sowie Zertifizierung gewährt werden.

Erstmalig haben auch die Konferenz-Partner die Möglichkeit, ihre individuellen Lösungen im Hinblick auf das gewählte Leitthema der Konferenz in den innovativen Industry-Talks zu präsentieren.

www.pi-konferenz.de

www.profibus.com

 

 

 

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