Der schnelle Weg zu cloudbasierten Industrie-4.0-Lösungen

Immer mehr Unternehmen entscheiden sich für eine cloudbasierte IoT-Plattform. Aber auch hier fällt jeder Anfang schwer. Deshalb hat es sich Microsoft zum Ziel gesetzt, Unternehmen aller Größen und Branchen bei der einfachen Realisierung von IoT-Szenarien zu unterstützen. Speziell für die Fertigungsindustrie wird dazu seit Ende letzten Jahres die vorkonfigurierte Lösung Azure IoT Suite Connected Factory angeboten. Details dazu erörtert Erich Barnstedt, Principal Software Engineering Lead Azure Industrial IoT bei Microsoft, im Gespräch.

Microsoft präsentierte auf der SPS IPC Drives 2017 Lösungen für die Fertigungsindustrie (Bild: Microsoft)

Ziel von Microsoft ist das „IoT für alle“. Um dieses im Fertigungsumfeld umzusetzen, erhalten Kunden breite Unterstützung bei der Vernetzung, Steuerung und Absicherung von Industrie-4.0-Lösungen in der Cloud. Dazu befasst sich seit drei Jahren ein eigenes Team mit dem Thema Industrial IoT. Zu dessen elementaren Aufgaben gehört unter anderem die einfache und sichere Anbindung von Automatisierungsgeräten und Maschinen an die Cloud. Favorisiert wird dazu das Datenaustauschformat OPC UA. „Wir haben bereits früh erkannt, dass sich ein Inter­operabilitätsstandard besonders am Markt hervorhebt: OPC UA. Seit 2013 arbeiten wir an dessen Weiterentwicklung in der OPC Foundation mit“, informiert E. Barnstedt (Bild: Microsoft). Er selbst ist seit 15 ­Jah­ren bei Microsoft in unterschiedlichen Positionen tätig und ­erinnert sich noch gut an die OPC-UA-Anfänge. „Wir sind mit dem Ansatz gestartet, OPC UA für die M2M-Kommunikation in ­Windows 10 IoT bereitzustellen. Damals waren wir noch Teil des Windows-Teams und haben eine Portierung für die Universal-Windows-Plattfom realisiert.“ Da es sich bei OPC UA auch um ein Datenaustauschformat für die Cloud-Kommunikation handelt, fand im Folgenden die Ansiedlung des Teams bei Azure statt. „Parallel wurde das Cloudthema auch im industriellen Bereich immer wichtiger. In Summe ergab sich daraus der logische Schritt, OPC UA auch für Azure zur Verfügung zu stellen“, so E. Barnstedt. Ferner gibt er an: „Bis heute sind wir der einzige Cloudanbieter, der OPC-UA-Kommunikation in die Cloud und zurück realisieren kann – also konkret OPC-UA-Client/Server- sowie Pub-Sub-Kommunikationsmuster. Dabei war vor allem der Aspekt, die Daten aus der Cloud zurückzuspielen aufgrund der Security-Anforderungen – ohne die vorhandene Unternehmens-Firewall öffnen zu müssen – nicht trivial zu lösen.“ Möglich wird dies durch die Anbindung von Open-Source-Modulen an die bestehenden Maschinen. Dadurch müssen weder Änderungen an den Maschinen noch an der lokalen Firewall-Konfiguration vorgenommen werden. „Die Module sind Teil von ­Azure IoT Edge und werden unter der Bezeichnung OPC Proxy und OPC Publisher angeboten. Sie sind als Open Source auf Git-Hub und als Docker-Container auf Docker-Hub verfügbar“, so der Experte.

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