Trendreport Zukunft Personal 2016: Sechs Trends zum Thema Arbeiten 4.0

Die Messe Zukunft Personal 2016 bot vom 18. bis 20. Oktober 2016 in Köln ein Programm mit rund 450 Vorträgen, Diskussionen und interaktiven Formaten. Als Treffpunkt der Community von Personalern und Arbeitsexperten wird die Veranstaltung als "Seismograph" bezeichnet, der anzeigt, wohin die Reise der Arbeitswelt geht. Sechs exemplarische Trends veranschaulichen die aktuellen Entwicklungen.

„Wir lassen uns als Personaler oft noch zu sehr zurückdrängen. Wir müssen das Feld zurückerobern“, appellierte Norbert Janzen, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor von IBM Deutschland, auf der Messe Zukunft Personal im Oktober in Köln (Bild: Zukunft Personal - Peter Porst)

Trend 1: Cowork von Mensch und Maschine

„Schon heute zeichnet sich ab, dass Roboter als Kollegen immer stärker unser Arbeitsumfeld prägen – aus Robots werden Cobots“, sagte Frank Riemensperger, Bitkom-Hauptvorstand und Vorsitzender der Geschäftsführung von Accenture, auf der Zukunft Personal. Dieser Trend betreffe nicht nur die Werkshallen, sondern ebenso die Bürotätigkeiten. Accenture hat gemeinsam mit dem World Economic Forum eine Studie durchgeführt, wonach künftig emotionale Intelligenz, geistige Flexibilität und kritisches Denken wichtiger werden, während die klassischen Prozess-Skills an Bedeutung verlieren. „Vor allem kognitive Nicht-Routinetätigkeiten wie sie ein Psychologe ausübt oder manuelle Nicht-Routinetätigkeiten wie in der Pflege haben Zukunft“, so F. Riemensperger. Arbeiten 4.0 bedeute heute meist, dass Prozesse halbautomatisiert ablaufen: Entscheidungen werden von Maschinen vorbereitet und von Menschen getroffen.

Exemplarisch lässt sich dies in der Personalgewinnung beobachten: Während Algorithmen die Vorauswahl übernehmen können, bleibt das Bewerbungsgespräch und die finale Wahl der Kandidaten den Recruitern vorbehalten – noch. Bereits heute gibt es erste Versuche mit Robotern, die auch Interviews führen. „Robot-Recruiting“ in all seinen Formen bietet jedenfalls für Personaler klare Vorteile: Kandidaten erhalten rund um die Uhr ein schnelles Feedback, während sie selbst mehr Zeit für den persönlichen Austausch mit den Kandidaten, das Talent Relationship Management oder strategische Fragen haben.

Beispiel 1: Voith – Abbruchraten der Bewerber getrackt
Beispiel 2: Baloise Group – Einsatz von Chatbots im Test
Beispiel 3: Wollmilchsau – bestehende Lösungen verzahnen