Modulare Automation in Pharmaindustrie und Feinchemie

In der chemischen und petrochemischen Industrie sind seit vielen Jahren hauptsächlich Großanlagen zu finden. Sie sollen chemische Produkte unter optimalen Bedingungen in großer Menge und gleichbleibender Qualität sowie zu einem wettbewerbsfähigen Preis herstellen. Derartige Anlagen wird es auch in Zukunft in unzähligen Bereichen geben. Doch wie gestaltet sich die Automatisierung von Anwendungen, in denen kleine Mengen flexibel sowie zu überschaubaren Kosten produziert werden müssen?

 

 

Typische Großanlage, optimiert auf die kostengünstige Herstellung großer Chargen über einen langen Zeitraum (alle Bilder: Phoenix Contact)

Bei der Herstellung von Kraftstoffen handelt es sich um einen stabilen Prozess, dessen Rohstoffe und Endprodukte über einen langen Zeitraum gleich bleiben. In der pharmazeutischen Industrie und der Feinchemie hat sich diese Situation jedoch in den vergangenen Jahren geändert. So werden beispielsweise immer ausgefeiltere Medikamente gegen Krankheiten wie Krebs entwickelt. Zur Bekämpfung einer solchen schwerwiegenden Krankheit kommt keine Standardarznei zum Einsatz, wie es bei einer einfachen Erkältung der Fall ist. Vielmehr sind die Heilmittel exakt auf den jeweiligen Patienten und seine spezielle Art der Erkrankung abgestimmt. Dazu müssen die chemischen Anlagen immer kleinere Mengen an hochwirksamen Stoffen in immer kürzerer Zeit produzieren können. Dementsprechend müssen die Anlagen flexibler sein.

Derartigen Anforderungen begegnet die pharmazeutische Industrie schon heute mit modular aufgebauten Anlagen. Zurzeit werden allerdings keine standardisierten, sondern unternehmensspezifische Lösungen genutzt.