Predictive Maintenance bei Trumpf

Der digitale Wandel wird greifbar: Immer mehr Beispiele aus der Praxis zeigen die Möglichkeiten und den konkreten Nutzen auf. Das belegte auch der 3. VDMA-Kongress Predictive Maintenance. Hier veranschaulichte beispielsweise Trumpf, wie das Thema Digitalisierung sowohl im eigenen Unternehmen als auch mit Bezug auf Kundenprojekte angegangen wurde. Transparenz über die Prozesse, Produktivitätssteigerungen und optimierte Serviceeinsätze auf beiden Seiten sind einige Ergebnisse.

Trumpf-Mitarbeiter steuern per Tablet Werkzeugmaschinen (Bild: Martin Stollberg/ Trumpf GmbH & Co. KG)

Die Herausforderungen im Bereich Lasertechnik

Belege für diese Aussage hat Trumpf im Lauf seiner Firmengeschichte mehrfach geliefert. So wurden immer wieder erfolgreich neue Technologien angewandt sowie innovative Lösungen erschaffen und damit der Erfolg für die Zukunft gesichert. Verschiedene Innovationstreiber haben das Trumpf-Geschäft bis heute geprägt: Von 1950 bis Ende der 1960er-Jahre stand beispielsweise als neue Lösung das Kopiernibbeln hoch im Kurs. In den 1970er-Jahren trat die Technologie der Computersteuerung auf den Plan. Und seit 1985 wurde das „neue Werkzeug“ Laser verfolgt. Die Lasertechnik hat sich seitdem zu einem eigenen Geschäftsbereich innerhalb der Trumpf-Gruppe entwickelt.

In den letzten Jahren sah sich das Unternehmen nach neuen Lösungen um. „Im Lauf der letzten zehn Jahre hat sich der Markt für Lasertechnik massiv verändert: Der Konkurrenzdruck bei 2D-Lasermaschinen ist massiv angestiegen,“ sagt Dr. V. Nestle. Zur Verdeutlichung zieht er zwei Messen heran. „Auf der Messe Cimt wurden 2005 acht Flachbett Lasermaschinen ausgestellt. Auf der Messe Shanghai 2014 waren es bereits rund 63.“ Die digitale Transformation ermöglicht als Innova­tionstreiber in diesem schwierigen Wettbewerbsumfeld Differenzierung und Innovation. Sie eröffnet auch Handlungsoptionen, um weiteren aktuellen Herausforderungen, wie volatile Märkte, immer kürzere Produktlebenszyklen, zunehmende technische Komplexität sowie individuelle Kundenanforderungen, zu begegnen.

Darüber hinaus wurden neue Technologietrends als Treiber für Veränderungen der eigenen Unternehmensstrategie gesehen. „Es werden immer mehr Sensoren in Maschinen und Anlagen verbaut. Sie liefern eine enorme Anzahl an Daten, die es mittels Data Analytics bzw. KI zu analysieren gilt. Zudem steigt der Grad der Vernetzung von Komponenten und Maschinen weiter an“, erklärt Dr. V. Nestle. Weiter ist er überzeugt, dass die geänderte Wettbewerbssituation zur Bildung von Partnerschaften mit Technologie- und IT-Anbietern führe. „Der Kunde erwartet von uns höhere Reaktionsgeschwindigkeiten und mehr Transparenz. Die Differenzierung der Hardware erfolgt immer mehr über Software. Neue Geschäftsmodelle entstehen“, gibt er an.