Predictive Maintenance bei Trumpf

Der digitale Wandel wird greifbar: Immer mehr Beispiele aus der Praxis zeigen die Möglichkeiten und den konkreten Nutzen auf. Das belegte auch der 3. VDMA-Kongress Predictive Maintenance. Hier veranschaulichte beispielsweise Trumpf, wie das Thema Digitalisierung sowohl im eigenen Unternehmen als auch mit Bezug auf Kundenprojekte angegangen wurde. Transparenz über die Prozesse, Produktivitätssteigerungen und optimierte Serviceeinsätze auf beiden Seiten sind einige Ergebnisse.

Trumpf-Mitarbeiter steuern per Tablet Werkzeugmaschinen (Bild: Martin Stollberg/ Trumpf GmbH & Co. KG)

Der Weg der digitalen Transformation

„Die neuen Technologietrends und die geänderte Wettbewerbssituation erfordern von uns ein Umdenken – sowohl im Hinblick auf die eigenen Prozesse und Strukturen als auch hinsichtlich des Lösungsangebots für den Kunden“, sagt Dr. V. Nestle. Trumpf hat deshalb den digitalen Transformationsprozess in mehrere Handlungsfelder gegliedert: die interne digitale Transformation, Smart Facory-Lösungen und -Dienste für Trumpf-Maschinen bzw. -Laser sowie Smart-Factory-Lösungen und -Dienste für neue Geschäftsfelder. „Als Schwerpunkte für die digitale Transformation haben wir einen Fokus auf interne Prozesse und Smart-Factory-Lösungen gelegt. Wir haben unsere digitale Ambition definiert und daraus unsere digitalen Prioritäten und Enabler abgeleitet“, nennt er die ersten Steps. Als En­abler wurden Daten, Analytics, Partner, Kompetenzen, Strukturen usw. festgelegt. Sie bilden die Basis für den Angang der zuvor genannten Handlungsfelder. Für den Anwender ergeben sich daraus digitale Geschäftsprozesse, für den Anbieter neue digitale Angebote. 

Trumpf hat den digitalen Transforma­tionsprozess in mehrere Handlungsfelder gegliedert

Die interne Transformation umfasst unter anderem die Digitalisierung der Marktbearbeitungs- und Vertriebsprozesse sowie der internen Wertschöpfungsprozesse. Effizienzsteigerungen und die Einführung von Predictive-Methoden in Service- und Aftersales-Prozessen gehören ebenfalls dazu. Als Beispiel zieht Dr. V. Nestle die Trumpf-Stanzwerkzeug-Fertigung in Gerlingen heran. Dort wurden aufgrund der Digitalisierung der internen Wertschöpfungsprozesse eine ganze Reihe an Einsparungen erreicht. Dr. V. Nestle: „Durch die Digitalisierung der Kundenschnittstelle und die Umsetzung der papierlosen Fabrik konnten wir die Produktivität um 120 % und die Liefertreue um 140 % steigern sowie die Lieferzeiten von vier Tagen auf vier Stunden reduzieren. Auch der Flächenbedarf konnte um 35 % verringert werden.“

Durch den internen Kompetenzaufbau ergaben sich weitere Ideen rund um das genannte Beispiel: eine Nachbestell-App sowie ein Auftrags-Tracking.