IBV bildet Grundlage für die Mensch-Roboter-Kollaboration

Die Industrielle Bildverarbeitung (IBV) wird derzeit von einer ganzen Reihe richtungsweisender Entwicklungen beeinflusst. Embedded Vision, Deep Learning sowie 3D-Bildverarbeitung sind einige der Themen. Damit ­erschließen sich die IBV zurzeit völlig neue Anwendungsfelder. Gleichzeitig schafft sie die Grundlage für die Mensch-Roboter-Kollaboration und die digitale Transformation in der Fertigung. Die Automatica 2018 gibt vom 19. bis 22. Juni in München Einblicke in die aktuellen Entwicklungen.

Die Elektronikindustrie ist eines der wichtigsten Einsatzgebiete für Bildverarbeitungs- und Robotersysteme (Bild: Cognex)

3D und „Ease of Use“

Bildverarbeitungssysteme, die mit dreidimensionalen Daten der Prüfobjekte arbeiten, stellen ein anderes interessantes Feld dar, das sich seit Jahren stark weiterentwickelt und den Sprung in die praktische Anwendung inzwischen geschafft hat. Diesen Trend belegen auch aktuelle Marktzahlen des VDMA, die von 2015 zu 2016 eine deutliche Umsatzsteigerung von 28?% im Bereich der 3D-Anwendungen und -Produkte ausweisen.
Wachsende Automatisierungsanforderungen, wie der „Griff in die Kiste“ oder viele Pick-and-place-­Anwendungen werden erst mit 3D-Bildverarbeitung sinnvoll realisierbar. Kompakte und robuste 3D-­Kameras erlauben eine immer einfachere Integration dieser Technologie. Ergänzende Objektinformationen, wie Bewegungsdaten und Farbinformationen sowie die Kombination mit 2D-Verfahren, werden die Anwendungsmöglichkeiten der 3D-Bildverarbeitung dabei künftig noch erweitern.

Bei der Vielzahl der technischen Weiterentwicklungen darf der Aspekt der einfachen Bedienbarkeit nicht vernachlässigt werden. Künftige Vision-Systeme sollen nach Möglichkeit auch von Anwendern in Betrieb genommen werden können, die keine Bildverarbeitungsexperten sind. Diese Forderung nach mehr „Ease of Use“ gilt sowohl für einfache Systeme, intelligente Kameras und Vision-Sensoren als auch für PC-basierte Bildverarbeitungssysteme.

„Die aktuelle technologische Entwicklung führt quasi zu einer Automatisierung der Automatisierung“, bestätigt Enis Ersü, Vorstandsvorsitzender der Isra Vision AG: „Die Systeme werden immer leistungsstärker und sind gleichzeitig auch ohne Expertenwissen intuitiv bedien-bar. Zukunftsorientierte Machine-Vision-Systeme, eingebettet in intelligente Sensornetzwerke, passen sich wechselnden Aufgaben an.“ Die daraus entstehenden Daten sind nach E.?Ersüs Überzeugung „entscheidend für die flexible Prozess- und Produktionsanpassung, die die Smart Factory der Zukunft benötigt“.