Roland-Berger-Studie: Predictive Maintenance auf Wachstumskurs

Laut der aktuellen Roland-Berger-Analyse "Predictive Maintenance – From data collection to value creation" beschäftigen sich derzeit acht von zehn Unternehmen mit dem Thema vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance), um das Kosten-Leistungs-Verhältnis ihrer Produkte, Anlagen und Systeme weiter zu verbessern. Prognostiziert wird, dass der weltweite Markt für Predictive Maintenance bis 2022 zwischen 20 % und 40 % pro Jahr wachsen wird.

 

 

Der weltweite Markt für vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) wächst bis 2022 zwischen 20 % und 40 % pro Jahr (Bild: Roland Berger)

 

Bislang verdienen die meisten Unternehmen ihr Geld mit dem Verkauf der Hardware und nachgelagerten Produkten ("klassischer" After-Sales), wie etwa mit einer Verpackungsmittelmaschine und Ersatzteilen. Im Zeitalter von Predictive Maintenance werden sie nach Ansicht der Roland-Berger-Experten zum Leistungsverkäufer des eigentlichen Ergebnisses ihrer Hardware, beispielsweise also Anzahl der Verpackungen pro Stunde. Durch "Smart Service 4.0" wird After-Sales zum Pre-Sales. Doch mindestens jedem zweiten Unternehmen, das in das Thema investiert, fehlt derzeit nicht nur das entsprechende Budget, sondern vor allem noch eine klare Strategie und der Wille, den damit verbundenen Wandel wirklich anzugehen.Das haben die Analysten in ihrer aktuellen Studie herausgefunden.

"Predictive Maintenance ist heute keine Frage mehr der technischen Möglichkeiten, sondern der Unternehmenskultur und -denkweise", sagt Roland-Berger-Partner Sebastian Feldmann, verantwortlich für das Service-Excellence-Geschäft bei Roland Berger. "Viele Unternehmen scheuen den Umbau ihres Geschäftsmodells und die radikalen Veränderungen, die damit für die gesamte Organisation einhergehen. Damit verschenken sie große Umsatzpotenziale und schaden im schlechtesten Fall ihrer langfristigen Wettbewerbsfähigkeit."

Wichtigste Voraussetzung für die erfolgreiche Umstellung von einem reaktiven auf einen prädiktiven Ansatz ist laut Roland Berger ein "digitales Mindset". Dazu zählt unter anderem eine flexible, agile und servicebewusste Organisation, in der die Kundenherausforderungen bekannt sind und im Fokus stehen: Silos müssen aufgebrochen und funktionale Grenzen überwunden werden – Zusammenarbeit vom ersten Gedanken an ist notwendig. Zum erforderlichen schnellen Aufbau neuer Kompetenzen muss dann auch die Integration geeigneter externer Partner möglich sein, um jeden Kunden so individuell und gut wie möglich zu betreuen. Um im Übergang zu Predictive Maintenance Orientierung zu finden, hat Roland Berger einen "Predictive Maintenance Radar" für die industriellen Dienstleistungsbereiche entworfen, anhand dessen sich die wesentlichen Trends im Umfeld von Technologien und Geschäftsmodell ableiten lassen.