Innovationen rund um die AMB

Vom 18. bis 22. September fand die AMB 2018 in zehn Hallen auf dem Stuttgarter Messe­gelände statt. Mit 1.553 Ausstellern, mehr als 120.000 m2 Ausstellungsfläche und 91.016 Besuchern war sie die größte AMB aller Zeiten. Auch mit Neuigkeiten wurde nicht gespart, diese reichten vom Universal Machine Tool Interface (Umati) bis hin zu Ankündigungen von Werkzeugmaschinenherstellern & Co.

Mit dem Digital Way zur AMB 2018 wurden Industrie 4.0 und die Digitalisierung von Prozessen live erlebbar (Bild: Messe Stuttgart)

... von Siemens

Und natürlich glänzte auch Siemens mit einer ganzen Reihe an Hardware- und Softwareinnovationen auf der Messe. So hatte das Unternehmen beispielsweise Updates für Sinumerik-828D- und 840D-SL-Steuerungen, die den Fräsprozess optimieren, im Gepäck. Darüber hinaus wurden im Rahmen von Sinumerik Edge erste Edge-Applikationen für Werkzeugmaschinen vorgestellt. Und unter dem Motto „Digitalization in Machine Tool Manufacturing – Implement now!“ gab es zudem zwei neue Applikationen für die offene Digitalisierungsplattform Sinumerik Integrate zu sehen. Ebenfalls mit dabei: Neue Applikationen für das offene, cloudbasierte IoT-Betriebssystem Mindsphere, die speziell für die Werkzeugmaschinenindustrie entwickelt wurden.

Zu den neuen Mindsphere-Applikationen, die für die neueste Version des offenen, cloudbasierten Betriebssystems bereitgestellt werden, gehört Analyze My Performance/OEE-Monitor. Damit sind Anwender in der Lage, Maschinendaten zur Konfiguration wichtiger Parameter zu erfassen, Verfügbarkeits- und Auslastungsanalyse durchzuführen und die geschätzte Produktivität mit der tatsächlichen zu vergleichen. Dazu werden kundengerechte OEE-Berechnungen zur Verfügung gestellt. Zudem können Anwender mit der Applikation Schichtkalender erstellen und so die Maschinenauslastung präziser kalkulieren.

 

Mit Siemens Industrial Edge bietet Siemens Anwendern die Möglichkeit, je nach individuellen Anforderungen die Lücke zwischen der klassischen lokalen Datenverarbeitung und der cloudbasierten Datenverarbeitung zu schließen (Bild: www.siemens.com/presse)

Im Rahmen von Siemens Industrial Edge wurden erstmals Applikationen für Sinumerik Edge, der maschinennahen Plattform speziell für die Werkzeugmaschinenindustrie, bereit­gestellt. Dazu zählt beispielsweise Optimize My Machining/Trochoidal, eine Applikation, die für das Wirbelfräsen zum Einsatz kommt. Sie ermöglicht Anwendern unter Einbeziehung dynamischer Maschinendaten und entsprechender Dateneingabe, Aktualisierungen für das NC-Programm, optimierte Bearbeitungsprozesse und nachhaltige Nachrüstung. „Das führt zu reduziertem Werkzeugverschleiß, verlängerter Maschinen­lebensdauer und damit zu niedrigeren Gesamtlagerkosten. Dadurch erhöht sich die Maschinenverfügbarkeit und die Produktivität wird deutlich gesteigert“, heißt es von Siemens-Seite. Möglich mache das die Hochleistungstechnologie von Sinumerik Edge. „Berechnungen erfolgen auf Grundlage von individuellen, hochgenauen, maschinen- und achsenbasierten dynamischen Daten. Eine steuerungsbasierte Schnittstelle erlaubt die Programmierung direkt an der Maschine mit Rechenleistung auf Grundlage von Sinumerik Edge. Somit entstehen keine negativen Auswirkungen auf die Bearbeitungsleistung der Maschine, was den Prozess optimiert. Optimize My Machining/Trochoidal lässt sich sehr gut für ältere Maschinen einsetzen, da es den mechanischen Verschleiß der Maschinen erheblich reduziert“, gibt das Unternehmen weiter an.

Als Prototyp wurde in Stuttgart eine weitere Edge-Applikation für die Zustandsüberwachung gezeigt. Anwender konnten damit schnell das richtige Werkzeug finden, sowohl aktuelle als auch möglicherweise bevorstehende konkrete Probleme erkennen (beispielsweise die Ursache von Reibung) und die Maschinenbedienung mit den richtigen Einstellungen verbessern oder korrigieren.