Aus der Praxis: Vom CMS zum Future Business im maritimen Bereich

Maschinenstillstände sind teuer und unerwünscht, das gilt auch im maritimen Bereich. Fällt beispielsweise ein Schiffsantrieb auf hoher See oder während einer Seenotrettung aus, sind die Folgen schwerwiegend. Ein Condition Monitoring System (CMS) kann hier Abhilfe schaffen: Überwacht es die Vibration des Lagers und des Getriebes sowie zusätzlich die Temperatur und das freie Wasser im Öl, kann es die Crew frühzeitig vor Ausfällen warnen. Davon profitiert auch die Neuwerk, bei der Schottel und Bachmann gemeinsam ein CMS entwickelt haben.

(Bild: Bachmann/Schottel)

Die Schottel-Gruppe ist ein weltweit agierender Hersteller von Antrieben und Steuerungen für Schiffe und Offshore-Anwendungen. 1921 gegründet, entwickelt und fertigt das Unternehmen seit rund 60 Jahren steuerbare Antriebs- und Manövriersysteme, komplette Antriebsanlagen bis 30 MW Leistung sowie Steuerungen für Schiffe aller Art und Größe. Ein Beispiel für ein Schiff, das mit Schottel-Antriebstechnik ausgestattet wurde, ist die Neuwerk. Das auf Helgoland stationierte Mehrzweckschiff des Bundes wird vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Cuxhaven betrieben. Es ist als Eisbrecher, Notschlepper, Tonnenleger, für die Schadstoffunfallbekämpfung sowie für schifffahrtspolizeiliche Aufgaben einsetzbar. Ausgestattet ist die Neuwerk mit einer dieselelektrischen Maschinenanlage. Die drei Haupt- und die beiden Hilfsmotoren treiben Generatoren an, die elektrische Energie für den Betrieb des Schiffs erzeugen. Der Antrieb der Neuwerk erfolgt über zwei Schottel-Ruderpropelleranlagen, die im Heck installiert sind. Jede Anlage verfügt über einen düsenummantelten Vierblatt-Festpropeller mit einem Durchmesser von 3 m. Pro Antriebsanlage reduzieren zwei Winkelgetriebe die Eingangsdrehzahl des Elektromotors von 1.074 min−1 auf die Propellerdrehzahl von etwa 200 min−1. ­Zusätzlich ist das Schiff mit einem Wasserstrahlantrieb des Typs Schottel Pump Jet ausgestattet. Die Anlage befindet sich im Bug und wird von einem Elektromotor mit einer Leistung von 2.600 kW bei 913 min−1 angetrieben. Durch den Einsatz dieser Antriebstechnik erhält die Neuwerk ihre Wendigkeit.