Aus der Praxis: Vom CMS zum Future Business im maritimen Bereich

Maschinenstillstände sind teuer und unerwünscht, das gilt auch im maritimen Bereich. Fällt beispielsweise ein Schiffsantrieb auf hoher See oder während einer Seenotrettung aus, sind die Folgen schwerwiegend. Ein Condition Monitoring System (CMS) kann hier Abhilfe schaffen: Überwacht es die Vibration des Lagers und des Getriebes sowie zusätzlich die Temperatur und das freie Wasser im Öl, kann es die Crew frühzeitig vor Ausfällen warnen. Davon profitiert auch die Neuwerk, bei der Schottel und Bachmann gemeinsam ein CMS entwickelt haben.

(Bild: Bachmann/Schottel)

Auf Datenbasis richtig entscheiden

Der Erfolg eines CMS ist eng damit verknüpft, ob es beim Anwender eine schnelle und richtige Reaktion auf gemeldete Zustandsänderung auslöst. Damit aus der Datenflut also kein
Datengrab wird, muss kluge Programmierung die Daten mitein­ander in Bezug setzen, zu Informationspaketen zusammenfassen, einen verständlichen Report generieren und an eine berechtigte Person übermitteln. Ziel des „S-COM smart CMS“ ist es darum, direkte Handlungsanweisungen für Schiff und Besatzung abzuleiten – etwa „die Überholung der Propellerwellenlagerung wird für das nächste Wartungsintervall empfohlen!“ Eine Kommunikation in Echtzeit ist dafür erforderlich. „Das AIC-Modul berechnet im Verbund mit der M1-Steuerung alle RMS-Werte der Schwinggeschwindigkeit nach ISO 20283-4 in kurzer Zeit. Sie sind dann bereit für eine Onlineüberwachung“, sagt B. Staudacker. Wie weit Bachmann in Sachen Kommunikation für die „Maritime Industrie 4.0“ bereits ist, zeigt ein Blick auf die Bewertung nach dem VDMA-Leitfaden: Erreicht wurden fünf von fünf möglichen Punkten.

Als größte Schwierigkeit stellt sich die weltweite Datenübertragung dar. Oftmals sind satellitengestützte Systeme die einzige Verbindung. Doch sie liefern begrenzte Datenmengen für teures Geld. „Diesen Unsicherheitsfaktor mussten wir eliminieren. In der Vergangenheit haben wir bereits einige Erfahrung mit dem Reporting und dem Remote Service gesammelt. Die Überwachung an Bord funktioniert in Echtzeit im geschlossenen System und sobald im Hafen wieder eine sichere Verbindung steht, kann die Crew die aufgezeichneten Daten per E-Mail an den Schottel-Server für eine Analyse und Datenspeicherung übermitteln“, beschreibt J. Majewski den Prozess.