BASF und Essentium: Ausbau der Zusammenarbeit mit weiterem Partner Materialise

BASF und Essentium arbeiten seit einiger Zeit gemeinsam an der Weiterentwicklung des Druckverfahrens Fused Filament Fabrication (FFF) auf Basis der Flashfuse-Technologie von Essentium. Materialise tritt nun ebenfalls der Partnerschaft bei, um seine 3D-Druck-Software für die Essentium-Technologie zu entwickeln.

Die High-Speed-Extrusion-(HSE)-3D-Druckplattform bietet hohe Festigkeit, schnelle Geschwindigkeit und Skalierbarkeit beim 3D-Druck (Bild: Essentium)

Auf der Formnext in Frankfurt hat Essentium seine High-Speed-Extrusion- (HSE)Plattform vorgestellt. Mit ihr können Unternehmen nun die Leistungsfähigkeit des 3D-Drucks in größeren Formaten ohne Einbußen bei Genauigkeit und Geschwindigkeit nutzen. Als Besonderheit der Plattform wird die Festigkeit der gedruckten Materialien angegeben. So kann sie insbesondere Materialien drucken, die ähnliche Eigenschaften wie Teile im Spritzgussverfahren aufweisen. Möglich wird dies durch die Flashfuse-Technologie. Sie nutzt eine Plasma-Wärmequelle, um Strom durch ein Netzwerk von Kohlenstoff-Nanoröhren zu leiten, die in die Ultrafuse-Materialien von Essentium integriert sind. Dadurch wird jede Schicht beim Aufbringen verschweißt und so eine festere Verbindung geschaffen. Dadurch wird eine Zugfestigkeit von thermoplastischen Spritzgussteilen erreicht. Außerdem gibt Essentium an, dass die HSE-Plattform Teile zehnmal schneller als herkömmliche Fused Filament Fabrication (FFF)-Drucker fertigt, indem sie ein rutschfestes Extrudersystem mit hohem Drehmoment sowie Linearmotoren verwendet.

BASF und Essential haben auf der Messe nun die Ausweitung ihrer strategischen Partnerschaft angekündigt, um interessierten Kunden global einheitlich den Zugang zur HSE-Plattform zu ermöglichen. Mit Materialise als weiterem Partner sollen Nutzer von der Geschwindigkeit der HSE-Technologie profitieren und gleichzeitig Zugriff auf die Softwarelösungen von Materialise erhalten. Die drei Unternehmen bringen ihre komplementären Stärken ein, um gemeinsam die 3D-Druck-Technologie und deren Nutzen für industrielle Kunden zu verbessern und somit die Entwicklung der additiven Fertigung voranzutreiben.

BASF bringt ein umfassendes Material-Know-how, ein breites Produktportfolio und sein globales Netzwerk in die Partnerschaft ein. Materialise zeichnet sich durch eine fast 30-jährige Expertise in der Entwicklung von innovativen Softwarelösungen für den 3D-Druck aus. Essentium entwickelt eine Technologie-Plattform für die industrielle additive Fertigung. Basis sind Innovationen im Bereich High-Speed Extrusion (HSE), die Flashfuse-Technologie, sowie Hochleistungsfilamente für anspruchsvolle Kundenanwendungen. Gemeinsam wollen die Partner innovative Systemlösungen mit einer abgestimmten Kombination aus Hardware, Software und Materialien entwickeln, um das Potenzial von Essentiums Technologie optimal ausschöpfen zu können.

„Mit dem gemeinsamen Investment stärken wir unsere Zusammenarbeit mit Essentium und Materialise sowie das Innovationspotenzial dieses schlagkräftigen Teams zugunsten der BASF-Kunden“, sagt Markus Solibieda, Geschäftsführer der BASF Venture Capital.

„Mit diesem strategischen Investment fokussieren sich Essentium und BASF auf eine Verbesserung der Supply Chain, der Materialbeständigkeit und des Materialzugangs. Wir freuen uns ebenso, eine neue Partnerschaft mit Materialise einzugehen. Alle drei Unternehmen fokussieren ihre globalen Bestrebungen smarte Lösungen auf dem Gebiet der additiven Fertigung herauszubringen. Gemeinsam sind wir davon überzeugt, dass Hersteller aus aller Welt mit dem verbreiterten Zugang zu unseren neuen Lösungen sowie gestützt durch den kunden-zentrierten Ansatz, nun schneller und kostengünstiger produzieren können“, ergänzt Dr. Blake Teipel, CEO Essentium Inc.

“Materialise, Essentium und BASF haben eine gemeinsame Vision des Wachstums in der 3D-Druck-Branche, die auf der Schaffung von bedeutenden Anwendungen in einem offenen und dynamischen Ökosystem basiert”, sagt Bart Van der Schueren, CTO von Materialise. “Diese Partnerschaft hilft, ein offeneres Marktmodell voranzubringen, das die Übernahme von 3D-Druck-Technologien in industriellen Anwendungen fördert, indem es Nutzern mehr Kontrolle, eine größere Auswahl an Materialien und schließlich niedrigere Kosten und somit den Zugang zu größeren Stückzahlen in der additiven Fertigung bietet.“

Neben BASF und Materialise beteiligt sich auch ein Konsortium von Venture-Capital-Investoren an Essentium. BASF, Materialise und Essentium wollen vorangehen, um gemeinsam den Wandel vom 3D-Druck zur skalierbaren additiven Fertigung zu gestalten.

www.basf.com

www.Essentium3d.com

www.materialise.com