Automatisierung trifft auf Cloud und Vision

Industrie 4.0 und das IIoT erfordern von Automatisierungstechnikanbietern ein weiteres Öffnen bezüglich neuer Technologien und Partnerschaften. B&R hat dies bereits vor längerer Zeit erkannt und neue Wege in Richtung innovativer Transportsystemlösungen, eines Technologie-Baukastens und eines integrierten Vision-Portfolios eingeschlagen. Auf der SPS IPC Drives werden nun Neuheiten rund um die Themen Mensch-Track-Kollaboration, Engineering von Track-Anwendungen, Vision sowie die erste Cloud-App auf Basis von ABB Ability präsentiert.

Mapp Trak macht intelligente Transportsysteme einfach handhabbar (alle Bilder: B&R)

 

Als großes Highlight präsentierte B&R zur letztjährigen SPS IPC Drives Acopostrak. Ein Jahr später steht nun die nächste Innovation rund um das lineare Transportsystem an: die sichere Mensch-Track-Kollaboration. „Mit dem flexiblen Transportsystem Acopostrak und der Mensch-Track-Kollaboration eröffnen wir eine völlig neue Dimension in der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine“, sagt Robert Kickinger, Manager Mechatronic Technologies bei B&R. „Intelligente Sicherheitstechnik garantiert, dass die Zusammenarbeit sicher und gefahrlos abläuft. Dazu hat B&R fünf Sicherheitsfunktionen in Acopostrak integriert: Safe Torque Off (STO), Safely Limited Speed (SLS), Safely Limited Force (SLF), Safe Direction (SDI) und Safe Maximum Speed (SMS). Diese Funktionen ermög­lichen sichere Handarbeitsplätze am Track, zum Beispiel für den Einrichtbetrieb. Dazu werden die Geschwindigkeit und die Kraft der Shuttles sicher begrenzt. In den anderen Bereichen, wo keine Menschen am Track arbeiten, fahren die Shuttles weiterhin mit voller Geschwindigkeit.

Als Besonderheit an der Mensch-Track-Kollaboration von B&R gibt R. Kickinger die Flexibilität an. Die Grenzwerte für sichere Geschwindigkeit und sichere Kraft werden während der Laufzeit durch die sichere Applikation berechnet sowie aktiviert und deaktiviert. Das Gewicht der Shuttles wird bei der Berechnung der sicheren Geschwindigkeit miteinbezogen.

Geschwindigkeits- und Kraftbegrenzungen lassen sich je nach ­Bedarf auf den betroffenen Track­abschnitten aktivieren. Hat der Mensch die Gefahrenzone verlassen, werden die Begrenzungen aufgehoben. Ein Wechsel zwischen dem sicheren Betrieb und dem Highspeed-Betrieb ist jederzeit möglich.

Aufgrund der kurzen Fehlerreak­tionszeit von Acopostrak müssen die Sicherheitsabstände nicht groß sein. Die Maschine um den Track kann also trotz Handarbeitsplatz und sicherem Einrichtbetrieb kompakt gebaut werden. „Im Hinblick auf die Gesamtanlageneffizienz bedeutet die neue Technologie einen Meilenstein“, sagt R. Kickinger.

Intelligente Sicherheitstechnik garantiert die sichere und gefahrlose Zusammenarbeit von Mensch und Maschine