Ernst & Young: Deutsche Unternehmen erhöhen Investitionen in Industrie 4.0

Deutsche Unternehmen verstärken ihre Anstrengungen zur Vernetzung der Produktion und Digitalisierung ihres Geschäftsmodells: So wollen acht von zehn Unternehmen im kommenden Jahr mehr in Industrie 4.0 investieren. Dazu zählen beispielsweise Investitionen in die Vernetzung von Maschinen, digitale Abbilder oder Cloud Computing. Bereits 2018 investierten die Unternehmen 5,9 % des Jahresumsatzes in entsprechende Anwendungen – nach 5,1 % im Vorjahr. Die Großunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern geben sogar 7,5 % ihres Umsatzes für Industrie 4.0 aus. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Industrie-4.0-Studie von EY.

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Insgesamt mehr als 550 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland hat die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) für ihre Industrie-4.0-Studie befragen lassen. Die repräsentative Umfrage führte Bitkom Research durch.

Laut der Studie rechnen die befragten Unternehmen mit Einsparungen durch Industrie 4.0 in Höhe von 6,7 %. Großunternehmen erwarten sogar Kostenreduktionen von 7,5 %. Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) investieren dagegen weniger und profitieren demzufolge auch nicht so stark. 2018 wollten sie 5,5 % des Jahresumsatzes investieren und rechnen dafür mit Einsparungen in Höhe von 6,6 %.

Seit 2015 ist der Anteil von Unternehmen, die Industrie 4.0 anwenden, von 39 % auf 47 % kontinuierlich gestiegen. Auch hier sind die größeren Unternehmen den KMU voraus: Während inzwischen 62 % der Unternehmen mit 500 und mehr Mitarbeitern entsprechende Anwendungen im Einsatz haben, sind es bei den KMU nur 44 %. Merklich gestiegen ist auch der Anteil der Anbieter von Industrie-4.0-Lösungen – von 6 % in 2015 auf derzeit 12 % aller befragten Unternehmen hat sich die Anzahl verdoppelt.

„Die Unternehmen wissen inzwischen, dass ihnen die erfolgreiche Einführung von digitalen Lösungen einen Wettbewerbsvorteil bringt", sagt EY-Partner Stefan Bley, zuständig für den Bereich Performance Improvement. "Die Unterschiede zwischen kleinen und größeren Unternehmen zeigen allerdings auch, dass nicht alle so stark auf die digitale Karte setzen können, wie sie wollen. Kleinere Unternehmen haben oft weder die Mittel noch das Know-how, um sich entsprechende Lösungen ins Haus zu holen. Die Tatsache, dass Unternehmen Industrie 4.0 zunehmend strukturierter angehen, zeigt sich insbesondere bei dem Fortschritt, eine IoT-Plattform für alle Unternehmensaktivitäten auszuwählen.“

Zu hoher Investitionsbedarf und fehlendes qualifiziertes Personal werden von der Mehrheit der Unternehmen nach wie vor als die größten Hindernisse für die Einführung von Industrie-4.0-Anwendungen gesehen. 62 % können die nötigen Investitionen nicht stemmen, 54 % haben zu wenig qualifiziertes Personal.