Mit Apps und Cloudtechnologien ins Service-4.0-Zeitalter starten

Gleich nach der Inbetriebnahme arbeitet eine Verpackungsmaschine perfekt. Aber wie ist es um deren Produktivität nach drei Monaten, einem halben Jahr oder zwei Jahren bestellt? Damit Maschinen und Anlagen im laufenden Betrieb genauso produktiv und zuverlässig wie am ersten Tag arbeiten, müssen sie gewartet werden. Clouddienste und spezielle Applikationen können den Maschinenbauer dabei unterstützen, seinen Maschinenservice nicht nur auf den tatsächlichen Bedarf der Maschine oder Anlage abzustimmen, sondern gleichzeitig den dafür notwendigen Aufwand zu optimieren.

Mit der Integration von Betriebsdaten in die Wartungsplanung unterstützen Cloudtechnologien die präventive Instandhaltung

Neues Level der Zusammenarbeit

Die Voraussetzung dafür ist, dass der Anlagenbetreiber der Nutzung seiner Betriebsdaten zustimmt. Dazu müssen zwei Rahmenbedingungen erfüllt sein: Einerseits muss klar definiert und transparent sein, welche Daten übermittelt werden. Andererseits muss der Anlagenbetreiber einen erkennbaren Vorteil von der Integration seiner Maschinen in die Cloudlösung haben. So können zum Beispiel die Benachrichtigungen über Simatic Notifier auch für den Endkunden zur Verfügung gestellt werden, um den internen Service beim Betreiber zu unterstützen. Gleichzeitig helfen die Daten aus dem Anlagenbetrieb bei der Optimierung der Maschinenparameter. So kann der OEM im eingangs geschilderten Beispiel des Kartonschneidemessers nicht nur erkennen, wann das Messer getauscht werden muss, sondern mithilfe weiterer Betriebsdaten ermitteln, wie sich der Verschleiß bei verschiedenen Bedingungen verändert. Daraus ist ein Optimum für Betriebsgeschwindigkeit und Serviceintervalle ableitbar, bei dem die Maschine ihre maximale Produktivität und Verfügbarkeit erreicht. Mit diesen Informationen kann er den Anwender im laufenden Anlagenbetrieb unterstützen und sein Serviceangebot erweitern – durch zusätzliche Beratungsangebote oder auch eine verlängerte Garantie bei bestimmten ­Anwendungsszenarien. Letztendlich lassen sich daraus völlig neue Geschäftsmodelle ableiten: So ist es denkbar, dass der Anwender nicht mehr die Maschine kauft, sondern nur für ihre Nutzung bezahlt – etwa für jeden geschnittenen Kilometer Karton. Der OEM stellt die Maschine beim Kunden zur Verfügung und übernimmt den kompletten dafür notwendigen Service bis hin zur Wartung und Modernisierung. Dazu sind aber weitergehende Informationen aus dem Anlagenbetrieb notwendig, insbesondere aus der Anlagenautomatisierung. Mit Applikationen wie Simatic Performance Insight sind bereits entsprechende Werkzeuge in Vorbereitung, die die Transparenz auch in dieser Hinsicht gewährleisten und die Basis für weitergehende Analysen und Serviceangebote liefern. Dadurch kann der Maschinen- und Anlagenbauer seine Produkte und seinen Service weiter verbessern und flexibler gestalten – und der Betreiber profitiert von einer besseren Produktivität und Verfügbarkeit.

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