Schnelle Wege zur IIoT-Lösung

Viele Unternehmen scheuen den Angang von IoT-Projekten aufgrund der damit verbundenen hohen Kosten. Aus diesem Grund gehen immer mehr Anbieter dazu über, einfache Plug-and-play-Lösungen anzubieten, die einen schnellen Einstieg in die Welt der Industrie 4.0 und des IoT ermöglichen. Dabei treten Anbieter vom Start-up über den Onlinehändler bis hin zu großen Automatisierungs- und Cloud-Playern auf den Plan – teilweise auch im Verbund. Als Namen lassen sich hier Abtis, Autosen, Bosch, Cloudrail, Dell, Software AG und Teamviewer nennen.

Unter dem Namen „io-key“ präsentiert Autosen eine Komplettlösung, die sich aus Gateway, integrierter SIM-Karte und Cloudumgebung „made in Germany“ zusammensetzt, und den schnellen Einstieg in IoT-Projekte ermöglicht (Bild: Autosen)

Das Start-up-Angebot

Auch das Mannheimer Start-up-Unternehmen Cloudrail hat sich die Anbindung IO-Link-fähiger Sensoren und Aktoren per Plug-and-play zum Ziel gesetzt. Zur Hannover Messe 2019 wurde dazu ein System auf den Markt gebracht, dass die Feldgeräte mit Cloudplattformen unterschiedlicher Anbieter verbindet. Die sogenannte „CloudRail.Box“ erkennt und konfiguriert – ebenfalls automatisch – angeschlossene IO-Link-Master und -Sensoren und sendet deren Daten in die gewünschten Cloudplattformen.


Mit der „CloudRail.Box“ lassen sich IO-Link-Aktoren und -Sensoren per Plug-and-play mit beliebigen Clouds verbinden (Bild: Cloudrail)


„Die Konfiguration des Systems könnte dabei kaum einfacher sein: Sensor und IO-Modul im Werkszustand einstecken, gewünschte Cloud auswählen und fertig. Was früher aufwendige Integrationsprojekte über mehrere Wochen voraussetzte, geschieht jetzt in weniger als einer Minute“, heißt es von Unternehmensseite.

Für seine Lösung stellt Cloudrail heraus, ganz bewusst auf die Verbindung zu den großen Cloudplattformen, wie sie aus der IT-Welt bekannt sind, zu setzen. Nicht im Fokus stünden geschlossene Komplettlösungen für die Automatisierung. „Wir glauben das große Potenzial des IIoT, ist die Vernetzung von OT und IT, auch in fachlicher Hinsicht. Berufsgruppen, wie Softwareentwickler oder Data Scientists, verfügen über enormes Know-how, mit dem sie aus Daten von industriellen Anlagen einen Mehrwert generieren können. Diese Gruppe ist in der Cloud zuhause und hat bisher keinen einfachen Zugriff auf ­industrielle Sensoren — und genau dieses Problem lösen wir mit der ,CloudRail.Box‘”, erklärt Cloudrail-Geschäftsführer Felix Kollmar.


Felix Kollmar ist Geschäftsführer der Cloudrail Licobo GmbH (Bild: Cloudrail)


Nach Unternehmensangaben unterstützt die seit April verfügbare Box aktuell die Cloudplattformen Microsoft Azure, Amazon Web Services (AWS), SAP Cloud, Alibaba Cloud, Google Cloud und die IBM Cloud. Auf Sensorseite würden alle (mehr als 11.000) IO-Link-fähige Sensoren und Aktoren sämtlicher Hersteller unterstützt.

Die Konfiguration und Verwaltung der Box erfolgt über ein ebenfalls cloudbasiertes Device Management System. „In diesem lassen sich – von überall auf der Welt – die Verbindungen zwischen Sensoren und den unterstützten Clouds konfigurieren und überwachen. Dabei kann zum Beispiel auch ein Sensor mit mehreren Clouds parallel verbunden werden. Außerdem sind ,CloudRail.Box’en‘ über die Device Management Cloud mit den neuesten Firm­ware-Updates bespielbar“, teilt das Unternehmen mit.

Mit Blick auf die IT-Sicherheit gibt F. Kollmar an: „Unsere Cloud­rail-Technologie läuft auf über 150 Millionen Geräten weltweit. Wir können damit als Unternehmen auf ein enormes Know-how – auch im Bereich Sicherheit – zurückgreifen.”

Die „CloudRail.Box“ kostet 599,00 € zuzüglich einer Subscription, abhängig von der Anzahl an verbundenen Sensoren.