Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch

Künstliche Intelligenz (KI) war eines der Trendthemen der diesjährigen Hannover Messe. Doch obwohl sich alle der herausragenden Bedeutung des Themas rund um die Digitalisierung und Industrie 4.0 bewusst zu sein scheinen, mahnen Verbände, dass Deutschland den Anschluss verlieren könnte. Parallel zeigen Unternehmen, wie Beckhoff, Festo, Schunk und Siemens, Innovationen und eigene Wege in die KI-Zukunft.

Ein Ergebnis des aktuellen VDE Tec Report 2019 „Industrielle KI – Die nächste Stufe der Industrialisierung?“ (Bild: VDE)

Breiter KI-Ansatz

Große Potenziale in KI sieht auch Siemens für sich und seine Kunden. Deshalb integriert das Unternehmen KI sowohl in seine Hardware- als auch seine Softwarelösungen: Auf der SPS IPC Drives 2018 wurde bereits ein neues Modul mit integriertem, KI-fähigem Chip für die Simatic-S7-1500-Steuerung angekündigt: Durch die Anwendung von Machine-Learning-Algorithmen sollen sich damit beispielsweise roboterbasierte Handling-Vorgänge optimieren lassen.

Im Vorfeld der Hannover Messe wurde dann die Erweiterung der NX-Software um maschinelles Lernen (ML) und KI bekannt gegeben. Hierbei geht es allerdings weniger um die Optimierung des Produktionsprozesses als vielmehr darum, die Benutzeroberfläche automatisch an Bedürfnisse verschiedener Anwendertypen in unterschiedlichen Abteilungen anzupassen. Dadurch sollen Anwender die Software effizienter nutzen und produktiver arbeiten können. Siemens geht davon aus, dass dies schließlich in einem qualitativ hochwertigeren, computergestützten Technologiesystem (CAx-System) und in der Abbildung eines noch stabileren digitalen Zwillings mündet.

„NX ist das erste CAD-Produkt, das Fähigkeiten auf Basis von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen bietet. Ich sehe in der neuen adaptiven NX-Benutzeroberfläche Wert für unsere kausalen Anwender: Sie hilft ihnen bei der Auffindbarkeit und trägt zur Verbesserung der Produktivität bei“, sagte Mr. HyunMin Kim, leitender Ingenieur bei Samsung Electronics Co., LTD.

„Bei CAD-Anwendungen gab es immer einen Kompromiss zwischen Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit. Je umfangreicher die Anwendungen werden, desto schwieriger ist es, sie zu nutzen und zu beherrschen“, erklärt Chad Jackson, Chief Analyst bei Lifecycle Insights. „Die anpassungsfähige Benutzeroberfläche in NX umgeht dieses Problem. Sie führt Laien und geübte Benutzer zur richtigen Zeit an die richtige Funktion. Davon werden viele Anwender profitieren.“

Und dann hat Siemens im Nachgang der Hannover Messe noch seine Zusammenarbeit mit SAS angekündigt. Dadurch sollen Unternehmen künftig neue IoT-Edge- und cloudbasierte Lösungen durch den Einsatz von SAS und Open Source Streaming Analytics entwickeln können, die standardmäßig in Mindsphere angeboten werden. So erhalten Benutzer Zugang zu den prädiktiven Analysen von SAS in Mindsphere und können so die Einführung von ML und KI im IoT beschleunigen.