Die Digitalisierungsstrategien der Automobilbauer

Viele Automobilhersteller haben sich die durchgängige Digitalisierung ihrer Produktion und Logistik auf die Fahne geschrieben. Dazu holen sie sich oftmals Unter­stützung von Digitalisierungs- und IT- bzw. Cloudanbietern ins Boot. So setzt beispielsweise BMW auf Microsoft und Volkswagen auf AWS und Siemens. Die gemeinsam erarbeiteten Lösungen können dann wiederum anderen Unternehmen innerhalb einer Community zur Verfügung gestellt werden, wie Microsoft und BMW aktuell vormachen.

Smart Transport Robot im BMW-Werk in Regensburg (Bild: BMW/Microsoft)

Smart Transport Robot im BMW-Werk in Regensburg (Bild: BMW/Microsoft)

 

Ende März verkündete Siemens, nun Integrationspartner der Volkswagen Industrial Cloud geworden zu sein. Aufgabe von Siemens ist es dabei, Maschinen und Anlagen unterschied­licher Hersteller in den 122 Volkswagen-Fabriken effi­zient in der Cloud miteinander zu vernetzen. „Die dadurch ermöglichte Datentransparenz und -analytik schafft die technologischen Voraussetzungen für weitere Produktivitätssteigerungen in den Werken von Volkswagen. Darüber hinaus machen Siemens sowie weitere Maschinen- und Anlagenlieferanten Anwendungen und Apps aus dem Internet-of-Things-System Mindsphere in der Volkswagen Industrial Cloud verfügbar“, heißt es dazu aus dem Haus Siemens.

Mit der Volkswagen Industrial Cloud, die Volkswagen gemeinsam mit Volkswagen Amazon Web Services (AWS) aufbaut, will der Automobilist die Grundlage für die durchgängige Digitalisierung seiner Produktion und Logistik schaffen. Langfristig geht es auch um die Integration der globalen Lieferkette von Volkswagen mit mehr als 30.000 Standorten von über 1.500 Zulieferern und Partnerunternehmen. Ziel der Zusammenarbeit zwischen Siemens und Volkswagen ist es nun, gemeinsam mit Maschinen- und Anlagenlieferanten neue Funktionen und Services für die Indus­trial Cloud zu entwickeln. Diese sollen dann allen künftigen Partnern zur Verfügung stehen.

„Wir werden unsere Volkswagen Industrial Cloud zu einem Partnernetzwerk formen, von dessen Datentransparenz und digitalen Funktionen alle teilnehmenden Unternehmen profitieren. Mit Siemens gewinnen wir einen starken Partner mit ­herausragender Digitalisierungs- und Industrieexpertise“, sagt Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender von Porsche und im V­orstand der Volkswagen AG für Produktion zuständig.

„Wir freuen uns, Volkswagen beim Aufbau seiner neuen Industrial Cloud mit unserer offenen IoT-Plattform Mindsphere zu unterstützen. Hierfür werden wir die Maschinen, Produk­tionssysteme und Anlagen durch Mindsphere sowie mit unseren Automatisierungsplattformen stärker vernetzen. Damit können Volkswagen, Zulieferer und Maschinenbauer das ­Potenzial von Produktionsdaten noch besser nutzen. Dadurch lassen sich Effizienz und Flexibilität in der Produktion sowie die Produktqualität weiter steigern“, sagt Klaus Helmrich, Mitglied des Vorstands der Siemens AG.

Siemens bringt sein Know-how in der Automatisierung, der Vernetzung von Maschinen und Anlagen sowie der industriellen IoT-Welt in die Zusammenarbeit ein. Das umfasst neben Anwendungen und Apps der Mindsphere-Plattform auch Industrial-Edge-Lösungen. Hierbei werden Produktionsdaten direkt von Endgeräten und Maschinen bzw. in Fertigungsprozessen verarbeitet und analysiert, bevor sie in der Industrial Cloud zusammengefasst werden.

Es ist geplant, dass Siemens, aber auch Mindsphere-Partner, beispielsweise auch Applikationen für die vorausschauende Wartung von Maschinen einbinden werden. Diese sollen sich über die Industrial-Cloud-Anbindung dann auf alle Standorte von Volkswagen übertragen lassen. Nach Siemens-Angaben soll die Industrial Cloud als Plattform auch weiteren Partnern offen stehen.